Showcase-Festivals und kein Ende!

Schon ein Wahnsinn, wie viele sogenannte „Showcase“-Festivals es mittlerweile in der westlichen Welt (vor allem in Europa, Kanada und den USA) so gibt. Eben ist das Reeperbahn Festival mit einem neuen Rekord zu Ende gegangen, wobei ich mich frage, was denn so toll ist, von Rekord zu Rekord zu hecheln, denn meist bleibt ja die Qualität auf der Strecke und das konnte man auch in diesem Jahr feststellen, auch wenn hier natürlich dann gleich mit der „subjektiv“-Keule um sich geschleudert wird.

Auf der anderen Seite war ich natürlich schon bei sehr vielen dieser Festivals und somit bereits 10x bei der Mutter aller Showcase-Festivals, dem SXSW in Austin, Texas und da lässt sich gerade das „Phänomen“ beobachten, dass zwar der „Tec-Bereich“ immer größer wird, denn da steckt ja das vermeintliche Geld, dafür aber seit zwei Jahren durchaus festzustellen ist, dass sich der Musikbereich so langsam und in homöopathischen Dosen gesund zu schrumpfen scheint und wenn dies ein Trend ist, gehe ich ihn doch mehr als gerne mit.

Zu meinen liebsten Showcase-Festivals zählt übrigens das „BreakOut West“, zu dem ich mich am Mittwoch bereits zum fünften Mal in Folge aufmachen werde. Hier spielen fast ausschließlich west-kanadische Künstler und Bands, deren Anzahl dann auch recht begrenzt ist und vom The Great Escape in Brighton, auch eine sehr schöne Stadt, hat man die Idee übernommen, dass all diese Künstler gleich mit zwei „offiziellen“ Shows bedacht werden, was ja quasi einer Verdoppelung der Optionen gleich kommt. Es ist also vieles recht entspannt dort, es wandert von west-kanadischer Provinz zu Provinz, so dass ich diesmal das schön Städtchen Kelowna in British Columbia kennen lernen und euch natürlich gerne davon berichten werde. Übrigens spielen da u.a. Shred Kelly (BC), Yes We Mystic (MB), Megan Nash (SK) und Micah Erenberg (MB), die alle in den letzten zwei Jahren bereits auf dem Reeperbahn Festival gespielt haben und hier schließt sich der „Showcase-Festival-Kreis“…

Ich bin seit 1994 im "Music Business" tätig, d.h. habe nunmehr die Hälfte meines Lebens in eben dieser Branche verbracht. Natürlich habe ich in dieser Zeit viele Menschen kennen-, hassen- und lieben gelernt und viele haben dieses Business verlassen. Ich für meinen Teil möchte das niemals tun, denn auch wenn ich mich als Indie-Label-Betreiber von DevilDuck Records sehr häufig frage, ob das alles so Sinn macht, rede ich mir dann ein, dass es doch nichts schöneres geben kann als Künstler, deren Musik ich liebe, unter die Karrierearme zu greifen. Angefangen habe ich als Promoter (Radio & Presse) bei Public Propaganda, bevor es dann zu einem kurzen Gastspiel bei "edel" ging, wo der Versuch ein Rock-Department aufzubauen, recht kläglich scheiterte. Es folgte Warner Music, wo ich 7 Jahre ziemlich viel Spaß hatte und mich in den letzten Jahren "Head of Rock/Alternative" nennen durfte. Nun betreibe ich seit knapp 15 Jahren mein eigenes Label, bin seit mehr als 12 Jahren als Dozent für "Music Business" tätig und habe in dieser Zeit auch noch ein paar andere Sachen gemacht...

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