Gold Star – The Waiting Room (London)

Tatsächlich hat man als Indie-Label auch mal in London zu tun, toll oder? In diesem Fall bin ich sogar extra einen Tag früher angereist, um den großartigen Künstler Gold Star aus Los Angeles zu sehen, da er bisher noch nicht bei uns auf Tour war.

Marlon Rabenreither kommt, wie der Name schon vermuten lässt, nicht wirklich aus den USA, vielmehr zog er mit seinen Eltern im Alter von vier Jahren rüber und genau deswegen hört man in seiner Musik auch keinen Funken Europa mehr, was ich durchaus positiv meine, denn ich wäre jede Wette eingegangen, dass er aus Kalifornien kommt, hat er doch dieses selbstverständlich-melancholische Songwriting, was besonders auf seinen ersten beiden Alben heraus sticht.

In Trio-Besetzung stand die Show aber natürlich im Zeichen des neuen, wesentlich abwechslungsreicheren Albums „Uppers & Downers“, das gerade erschienen ist. Mit einnehmender Sympathie nahmen sie uns mit auf ihre Reise nach L.A. und ein guter Song jagte den nächsten und der kleine Raum war sehr gut gefüllt und die Musik von Gold Star macht einfach was mit den Leuten. Unterbrochen wurde das schön dreckig spielende Trio durch einige Solo-Songs von Rabenreither, die nicht weniger intensiv ware – ein neuer „Star“ is born!

Ich bin seit 1994 im "Music Business" tätig, d.h. habe nunmehr die Hälfte meines Lebens in eben dieser Branche verbracht. Natürlich habe ich in dieser Zeit viele Menschen kennen-, hassen- und lieben gelernt und viele haben dieses Business verlassen. Ich für meinen Teil möchte das niemals tun, denn auch wenn ich mich als Indie-Label-Betreiber von DevilDuck Records sehr häufig frage, ob das alles so Sinn macht, rede ich mir dann ein, dass es doch nichts schöneres geben kann als Künstler, deren Musik ich liebe, unter die Karrierearme zu greifen. Angefangen habe ich als Promoter (Radio & Presse) bei Public Propaganda, bevor es dann zu einem kurzen Gastspiel bei "edel" ging, wo der Versuch ein Rock-Department aufzubauen, recht kläglich scheiterte. Es folgte Warner Music, wo ich 7 Jahre ziemlich viel Spaß hatte und mich in den letzten Jahren "Head of Rock/Alternative" nennen durfte. Nun betreibe ich seit knapp 15 Jahren mein eigenes Label, bin seit mehr als 12 Jahren als Dozent für "Music Business" tätig und habe in dieser Zeit auch noch ein paar andere Sachen gemacht...

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