Insomnia & Pain

Zugegeben, die Überschrift klingt natürlich dramatischer als es ist, aber letztlich verbergen sich dahinter die zwei Dinge, über die ich heute kurz reden muss.

Zum einen geht es um die Schlaflosigkeit, die mich eines Tages noch in den Wahnsinn treiben wird, wobei ich vielleicht ja bereits in diesem Wahnsinn bin und es nur noch nicht bemerkt habe, aber seinen eigenen Wahnsinn zu bemerken, ist sicher auch nicht wirklich weit verbreitet…trotzdem gehe ich davon aus, dass ich noch nicht ganz soweit bin.

Na ja, jedenfalls bin ich gestern nach den Stationen Hamburg – Amsterdam – Minneapolis spät abends im verschneiten Saskatoon angekommen und war pünktlich um 1 Uhr im Bett, da ich nach 25 Stunden eine latente Müdigkeit spürte, die sich dann aber leider nicht als schwerwiegend genug heraus stellte und mir somit mal wieder einen Streich spielte. Tja, dann liegt man halt wach und versucht an nichts zu denken, macht immer wieder das Licht an und liest und wieder aus, um einen neuen Versuch zu starten und dann habe ich aufgegeben, was mich zu Pain führt…

„Pain“ ist nämlich der zweite Teil aus der „Buch-Serie“ CHART-Notes to consider, welches von Johann Scheerer, seines Zeichens Betreiber des wunderschönen Clouds Hill – Studios, herausgegeben und hauptverantwortet wird. Zum einen ist die Aufmachung dieses Elaborats einfach toll, zum anderen aber natürlich auch der Inhalt, denn es ist irgendwie auch kein richtiges Buch und auf 2.000 Einheiten limitiert.

Diesmal geht es überraschender Weise um Schmerz in verschiedensten Ausprägungen, aber natürlich meist mit dem Bezug zur Musik. So berichtet die schwedische Künstlerin Jenny Wilson über ihren persönlichen Schmerz von u.a. zweier Krebserkrankungen sowie einer Vergewaltigung und warum dieser in Form des Albums „Exorcism“ einfach raus musste. Omar Rodriguez-Lopez (At The Drive-In, Mars Volta) erzählt, warum „Life Without Pain“ für ihn einfach nicht denkbar ist und Scheerer selbst berichtet in einem Zwiegespräch zwischen zweier Produzenten, also ihm selbst und der Legende Sylvia Massy, vom Arbeiten im Studio und der Herausforderung mit Künstlern derart eng zusammen zu arbeiten.

Damit sind nur kurz meine Höhepunkte des 250-seitigen und cool illustrierten Buches genannt, denn ich möchte da auf jeden Fall später noch mal hier drauf eingehen, denn zunächst ging es ja darum, dass ich dieses Buch heute Nacht durchgelesen habe und meine Schlaflosigkeit selten so gut kanalisieren konnte…

Ich bin seit 1994 im "Music Business" tätig, d.h. habe nunmehr die Hälfte meines Lebens in eben dieser Branche verbracht. Natürlich habe ich in dieser Zeit viele Menschen kennen-, hassen- und lieben gelernt und viele haben dieses Business verlassen. Ich für meinen Teil möchte das niemals tun, denn auch wenn ich mich als Indie-Label-Betreiber von DevilDuck Records sehr häufig frage, ob das alles so Sinn macht, rede ich mir dann ein, dass es doch nichts schöneres geben kann als Künstler, deren Musik ich liebe, unter die Karrierearme zu greifen. Angefangen habe ich als Promoter (Radio & Presse) bei Public Propaganda, bevor es dann zu einem kurzen Gastspiel bei "edel" ging, wo der Versuch ein Rock-Department aufzubauen, recht kläglich scheiterte. Es folgte Warner Music, wo ich 7 Jahre ziemlich viel Spaß hatte und mich in den letzten Jahren "Head of Rock/Alternative" nennen durfte. Nun betreibe ich seit knapp 15 Jahren mein eigenes Label, bin seit mehr als 12 Jahren als Dozent für "Music Business" tätig und habe in dieser Zeit auch noch ein paar andere Sachen gemacht...

3 comments

  1. Stefan Falke says:

    Moin in die Weiten Saskatchewans, Jörg!
    Hätte da zwei Tipps gegen Schlaflosigkeit:
    1. Schnee schippen nachts in Saskatoon auf der Broadway Ave oder
    2. Hörbücher auf die Ohren – das wirkt bei mir so gut, dass ich selten über das 1,5te Kapitel hinauskomme… Aber unbedingt den Einschlaftimer setzen, sonst wacht man im 37. Kapitel wieder auf 🙂
    Bitte Jungs grüßen nicht vergessen…
    LG Stefan

    • Joerg Joerg says:

      Moin Stefan,
      leider war körperliche Arbeit noch nie mein Ding und Hörbücher leider auch nicht, aber wenn Du weitere Tipps hast, immer gerne – vielleicht doch mal Schlaftabletten, aber ich habe immer Angst, dass ich nicht wieder aufwache und die, die ich schon mal probiert haben, haben nicht geholfen…
      Ahoi

      • Stefan Falke says:

        Wirklich mögen tue ich Hörbücher auch nicht – nichts geht doch über die Haptik eines echten Buches, das meiner Meinung nach immer auch gut riechen muss – aber als Ersatz für eine Schlaftablette… perfekt!
        Ansonsten die bekannten Tips der „Schlafhygiene“, keine blauen Fernseher oder Handys, Ohrstöpsel, Schlafbrillen etc.
        Oder in Gedanken den letzten Urlaub nachleben…

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