„Mental Health“-Panel (Saskatoon)

Schon wieder ein ernstes Thema, das bei uns noch nicht so wirklich im Focus steht, was wiederum u.a. daran liegen mag, dass deutsche Künstler eh eher weniger touren…

trotzdem sollte man wissen, dass das Künstlerleben und insbesondere das auf Tour kein einfaches ist, weshalb es schon mal gut tut, darüber zu reden, so Colton Crawford von der kanadischen Band The Dead South. Er hat zwei Jahre Auszeit genommen und das, wo es gerade dann „zu zucken“ begann, aber er wusste einfach nicht, wie er das Tourleben für sich lebenswert gestalten sollte. Natürlich macht man sich als Musiker darüber anfangs wenig Gedanken, denn schließlich möchten diese ja Musik machen und möglichst viel live spielen, aber die gestern thematisierte Schlaflosigkeit gepaart mit anderen Aspekten wie Depression, Unsicherheit, Unstetigkeit, etc. war dann die ungesunde, die sein Belastungsfass zum überlaufen gebracht hatte.

Neben Crawford waren auch Musiker der Band Library Voices sowie die Schriftstellerin Andrea Warner auf dem Panel, die diese Thematik durch viele Interviews mit Künstlern kennt und da ein paar gute Einblicke von ihrer, also der anderen, Seite geben konnte.

Letztlich ist es einfach am wichtigsten, dass jeder Künstler Mittel und Wege findet, wie das Tourleben zumindest ansatzweise komfortabel und entspannt aussehen kann und genau das hat Crawford für sich und mit der Band gefunden. Zum einen helfen ihnen ein paar Regeln wie „nie mehr als drei Wochen am Stück touren“, „alle paar Shows einen Day Off einstreuen“ und „ansprechen, wenn ein Musiker vermeintliche Problem hat“, auf der anderen Seite sind The Dead South in der Lage, sich einen Tourmanager, Mercher sowie Sound-Engineer zu leisten, denn auch das Verteilen von Aufgaben macht das Leben der Musiker weniger stressig und schließlich war es schon immer wichtig, dass sich ein Künstler auf seine Kunst konzentrieren kann!

Ich bin seit 1994 im "Music Business" tätig, d.h. habe nunmehr die Hälfte meines Lebens in eben dieser Branche verbracht. Natürlich habe ich in dieser Zeit viele Menschen kennen-, hassen- und lieben gelernt und viele haben dieses Business verlassen. Ich für meinen Teil möchte das niemals tun, denn auch wenn ich mich als Indie-Label-Betreiber von DevilDuck Records sehr häufig frage, ob das alles so Sinn macht, rede ich mir dann ein, dass es doch nichts schöneres geben kann als Künstler, deren Musik ich liebe, unter die Karrierearme zu greifen. Angefangen habe ich als Promoter (Radio & Presse) bei Public Propaganda, bevor es dann zu einem kurzen Gastspiel bei "edel" ging, wo der Versuch ein Rock-Department aufzubauen, recht kläglich scheiterte. Es folgte Warner Music, wo ich 7 Jahre ziemlich viel Spaß hatte und mich in den letzten Jahren "Head of Rock/Alternative" nennen durfte. Nun betreibe ich seit knapp 15 Jahren mein eigenes Label, bin seit mehr als 12 Jahren als Dozent für "Music Business" tätig und habe in dieser Zeit auch noch ein paar andere Sachen gemacht...

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.