„Best Albums 2018“ – jetzt aber!

So, nun ist es raus und hier die total subjektiv „besten Alben des Jahres“ in alphabetischer Reihenfolge:

Campdogzz – In Rounds

Car Seat Headrest – Twin Fantasy 

Cursive – Vitriola 

Decemberists, The – I’ll Be Your Girl 

Eels – The Deconstruction 

Furman, Ezra – Transangelic Exodus 

Morris, T. Hardy – Dude, The Obscure 

Saintseneca – Pillar Of Na 

Shame – Songs Of Praise 

Typhoon – Offerings 

Nun fällt zunächst auf, dass 9 der 10 Alben von US-amerikanischen Bands und Künstlern stammen – die berühmte Ausnahme bilden Shame, die bekanntlich aus Süd-London kommen. Der Nordwesten der USA ist mit Typhoon und The Decemberists aus Portland sowie Car Seat Headrest aus Seattle mal wieder überdurchschnittlich vertreten, aber das mag wenig verwundern.

Vielmehr erfreut mich diesmal die Mischung aus alt und neu – so konnten Helden wie Eels, The Decemberists und Cursive endlich wieder großartige Alben veröffentlichen, was ihnen in den letzten Jahren sicher nicht immer gelungen ist.

Auf der anderen Seite gibt es aber mit den bereits erwähnten Shame und Campdogzz zwei tolle Newcomer und die anderen stehen zwischen den etablierten und neuen Bands. So haben meine Lieblinge von Typhoon bereits ihr 3,5 Album veröffentlicht und leider erst das erste bei uns, aber es kommt unglaublich schwer und mächtig und melancholisch daher und ist mit Sicherheit das anspruchsvollste Album in dieser Liste.

Car Seat Headrest sind für mich eine der wenigen Zukunftshoffnungen, auch wenn das neue Album gar nicht so neu ist, sondern vielmehr ein Re-Recording des bisher besten Solo-Albums von Sänger Will Toledo. Wer T. Hardy Morris nicht kennt, sollte dies nachholen, denn schließlich war er Sänger der großartigen The Dead Confederate und „Dude, The Obscure‘ ist sein bisher bestes Solo-Album.

Saintsenica machen seit drei Alben ebenso tolle Musik und erinnern stark an Neutral Milk Hotel und wahrscheinlich werde ich sie niemals live sehen, denn immer wenn sie bei uns spielen, bin ich irgendwie nicht da, schon verflixt das! Ezra Furman ist sowieso ein Genie und hat unglaubliche tolle Songs, die er auf herrlich-schräge Art singt und instrumentiert und außerdem auch eines meiner liebsten Konzerte in 2018.

AHOI

Ich bin seit 1994 im "Music Business" tätig, d.h. habe nunmehr die Hälfte meines Lebens in eben dieser Branche verbracht. Natürlich habe ich in dieser Zeit viele Menschen kennen-, hassen- und lieben gelernt und viele haben dieses Business verlassen. Ich für meinen Teil möchte das niemals tun, denn auch wenn ich mich als Indie-Label-Betreiber von DevilDuck Records sehr häufig frage, ob das alles so Sinn macht, rede ich mir dann ein, dass es doch nichts schöneres geben kann als Künstler, deren Musik ich liebe, unter die Karrierearme zu greifen. Angefangen habe ich als Promoter (Radio & Presse) bei Public Propaganda, bevor es dann zu einem kurzen Gastspiel bei "edel" ging, wo der Versuch ein Rock-Department aufzubauen, recht kläglich scheiterte. Es folgte Warner Music, wo ich 7 Jahre ziemlich viel Spaß hatte und mich in den letzten Jahren "Head of Rock/Alternative" nennen durfte. Nun betreibe ich seit knapp 15 Jahren mein eigenes Label, bin seit mehr als 12 Jahren als Dozent für "Music Business" tätig und habe in dieser Zeit auch noch ein paar andere Sachen gemacht...

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