Wie wird das neue Musikjahr?

Keine Ahnung! Allerdings befürchte ich, dass Deutschland mehr und mehr von der Weltkarte der Musik verschwindet, auch wenn das kaum noch möglich ist, denn wenn man in England, USA oder Kanada mal fragt, was sie aus Deutschland kennen, erntet man selten mehr als Kopfschütteln und das ja völlig zurecht.

Auf der anderen Seite ist es ja auch egal, denn deutsche Künstler singen heute ja eh fast ausschließlich in dieser Sprache, die ja zum Singen eher ungeeignet ist, so dass vor allem der deutsche HipHop in den letzten Jahren eine weitere Renaissance erlebt hat und da braucht es ja eh weniger Songs. Ich möchte hier aber nicht den langweiligen Deutsch-HipHop schmähen, denn letztlich ist mir deutsche Musik genreübergreifend meist ein Gräuel und so findet man dann doch das „neue“ Tocotronic-Album wieder ganz gut, denn in Mangel an Konkurrenz war der Einäugige ja schon immer König.

Dass neun meiner zehn liebsten Alben des Jahres von US-Künstlern stammen, ist natürlich meinem subjektiven Geschmack geschuldet und somit weit von einem allgemeinen Trend entfernt. Allerdings wünsche ich mir schon, dass von deutschen Künstlern auch ein bisschen mehr Mut kommt, vielleicht besonders von Musikerinnen, denn das ist eine meiner Hoffnungen für das neue Jahr, denn es gibt mittlerweile viele gute Frauenbands, nur hier ist der Mangel eklatant, aber eigentlich wollte ich nicht noch einer sein, der auf diesem Thema herum hackt.

Zumindest möchte ich die Hoffnung nicht aufgeben, was ja auch etwas früh im Jahr wäre, dass die eine oder andere Überraschung auf uns lauert, denn 2017 zählten mit Klez.e und White Wine ja immerhin 1,5 deutsche Bands zu meinen Top 10 und vielleicht kommt dieser Mut in einem recht unspektakulär anmutenden Jahr dann ja eher zum Tragen.

 

 

Ich bin seit 1994 im "Music Business" tätig, d.h. habe nunmehr die Hälfte meines Lebens in eben dieser Branche verbracht. Natürlich habe ich in dieser Zeit viele Menschen kennen-, hassen- und lieben gelernt und viele haben dieses Business verlassen. Ich für meinen Teil möchte das niemals tun, denn auch wenn ich mich als Indie-Label-Betreiber von DevilDuck Records sehr häufig frage, ob das alles so Sinn macht, rede ich mir dann ein, dass es doch nichts schöneres geben kann als Künstler, deren Musik ich liebe, unter die Karrierearme zu greifen. Angefangen habe ich als Promoter (Radio & Presse) bei Public Propaganda, bevor es dann zu einem kurzen Gastspiel bei "edel" ging, wo der Versuch ein Rock-Department aufzubauen, recht kläglich scheiterte. Es folgte Warner Music, wo ich 7 Jahre ziemlich viel Spaß hatte und mich in den letzten Jahren "Head of Rock/Alternative" nennen durfte. Nun betreibe ich seit knapp 15 Jahren mein eigenes Label, bin seit mehr als 12 Jahren als Dozent für "Music Business" tätig und habe in dieser Zeit auch noch ein paar andere Sachen gemacht...

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