Friska Viljor – Übel & Gefährlich

Ich weiß ja, dass Eigenlob etwas muffelt, aber die ersten beiden Alben dieser Band sind ja über DevilDuck erschienen und so war es an der Zeit, den Schweden mal wieder „hallo“ zu sagen.

Natürlich war das Ü&G wieder ausverkauft und das ist ja eher selten ein Spaß, aber für die Band ist die deutsche Loyalität schon auch erfreulich. Ziemlich euphorisch ging es los mit einem Potpourri aus Songs aller Alben, wobei das neue, gerade am Freitag digital erschienene zunächst außen vor war.

Klar, man kennt die Lieder und das Durchschnittspublikum war sehr erfreut. Ich dagegen etwas skeptisch, denn wie bei so vielen Bands ist das Debüt „Bravo“ (2007) schon ihr Bestes und natürlich messe ich die Nachfolger daran – vielleicht etwas unfair, aber so ist das nun mal.

Na ja, jedenfalls dachte ich, dass das Konzert seinen üblichen Lauf nimmt, bis Sänger Joakim dann den Mittelteil ankündigte, der halt aus dem neuen Album bestand und dieses hört nicht zu unrecht auf den Namen „Broken“, schildert er auf diesem die überhaupt nicht erfreulichen letzten zwei Jahre und die Trennung von seiner Frau und damit zum Teil auch seiner Kinder, die er nur noch sporadisch sieht, was ihn auch auf der Bühne sichtlich mitnahm.

Trotzdem oder gerade deswegen war dieser Teil der Show eine sehr willkommene Abwechslung aus dem manches Mal zu ähnlichem Konzertgebaren und war das Geheimnis eines dramaturgisch tollen Konzertabends, den ich ihnen fast schon nicht mehr zugetraut hatte. Klar durften nach diesem melancholisch-düsteren und sehr persönlichen Teil auch die Feier-Freunde wieder versorgt werden, denn dazu sind Friska Viljor natürlich auch da und ich bin froh, dass sie mit „Broken“ nach „Bravo“ nun ihr bestes Album raus gebracht haben, auch weil es einfach anders ist!

Ich bin seit 1994 im "Music Business" tätig, d.h. habe nunmehr die Hälfte meines Lebens in eben dieser Branche verbracht. Natürlich habe ich in dieser Zeit viele Menschen kennen-, hassen- und lieben gelernt und viele haben dieses Business verlassen. Ich für meinen Teil möchte das niemals tun, denn auch wenn ich mich als Indie-Label-Betreiber von DevilDuck Records sehr häufig frage, ob das alles so Sinn macht, rede ich mir dann ein, dass es doch nichts schöneres geben kann als Künstler, deren Musik ich liebe, unter die Karrierearme zu greifen. Angefangen habe ich als Promoter (Radio & Presse) bei Public Propaganda, bevor es dann zu einem kurzen Gastspiel bei "edel" ging, wo der Versuch ein Rock-Department aufzubauen, recht kläglich scheiterte. Es folgte Warner Music, wo ich 7 Jahre ziemlich viel Spaß hatte und mich in den letzten Jahren "Head of Rock/Alternative" nennen durfte. Nun betreibe ich seit knapp 15 Jahren mein eigenes Label, bin seit mehr als 12 Jahren als Dozent für "Music Business" tätig und habe in dieser Zeit auch noch ein paar andere Sachen gemacht...

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